Eine Kultur- und Bildungsreise der Extraklasse

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Engadin St. Moritz
Einzigartige Seenlandschaft, Berge und Licht.

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02.05.11
Ausführlicher Touren-Beschrieb der Venice-Südtirol-St.Moritz-Tour

Vom Westen und Norden auf den Spuren der Engadiner Zuckerbäcker nach Südtirol und vielleicht auch weiter nach Venedig. Der ausführliche Touren-Beschrieb der Venice-Südtirol-St.Moritz-Tour.


Die "Venice-Südtirol-St.Moritz Tour" bietet mehr als nur ein Durchfahren von 3 Sprachkulturen, 7 UNESCO Welterben und einer herrlichen Berglandschaft mit weiten Tälern. Die "Tour" bietet die Möglichkeit in bequemen Etappen zu reisen und sich auch von Halt zu Halt gastronomisch durch die lokale Küche verwöhnen zu lassen. Vergessen wir nicht, dass der Weg vom Engadin über den Ofenpass und durch Südtirol im 16. und 17 Jahrhundert von den Bünder-Zuckerbäckern begangen wurden, welche im reichen Venedig ein ausgezeichnetes Auskommen fanden: ihre süssen Spezialitäten fanden im nicht weniger raffinierten Publikum der Lagunenstadt reissenden Absatz.

 

Hinauf ins einzigartige Engadin

Beginnen wir unsere Reise im Oberengadin: von der ganzen Schweiz lässt sich das Engadin bequem mit IC/IR Zügen der SBB bis Landquart oder Chur erreichen: immer wieder eine Augenweide sind die Seenlandschaften am weiten Zürich- und von den Churfirsten eingengten Walensee. Die Reise mit der Rhätischen Bahn (RhB) auf der UNESCO Albula-Linie nach Samedan, Cerleina, St. Moritz ist schon ein Ereignis für sich. Auch die Fahrt von Landquart durch das Prättigau nach Klosters und dann durch den neuen Vereinatunnel ist lohnenswert. Eine Übernachtung im Engadin gibt dem "langsamen Reisen und Erfahren" den richtigen Beginn der "Tour".

 

Über den Ofenpass, vorbei in "Klein Kanada", ins UNESCO Biosphären Tal "Val Müstair" und nach Glurns und Mals

Die Regional-Zug Station der RhB Zernez ist Ausgangspunkt des Postautos über den Ofenpass ins Val Müstair und nach Mals im Vinschgau/Südtirol. Im Sommer verkehren die Postautos im Stundentakt und zusätzlich gibt es noch Schnellkurse. In Zernez empfiehlt sich auch der Besuch des Nationalparkmuseums mit eigener Haltestelle. Der Ofenpass bietet immer wieder unerwartete Blickwinkel: zuerst hinunter ins tief Tal des Spöl und dann durch den schweizerischen Nationalpark mit seinen fast endlosen Wäldern: so stellen wir uns Kanada vor, grenzenlos – aber wir sind in der kleinen, vielfältigen Schweiz.

 

Kurz nach der Passhöhe (2149 m ü M) sieht man an schönen Tagen das schneeglänzende Ortlermassiv (3905 müM), welches bereits in Italien liegt. In engen Kurven geht es nun von einer Gelände-Terrasse zur nächsten. Noch sind wir aber im Biosphären-Land (UNESCO) des räteromanischen Tals „Val Müstair“: wenn Kinder oder Einheimische in das Postauto einsteigen, dann sprechen sie ihre unverkennbare ladinische Sprache, welche auf das Latein der Römer zurück geht. Das Postauto durchfährt in Sta. Maria die Hauptstrasse im Zentimeter Abstand zu den altehrwürdigen Hausmauern. Kurz danach wird die Haltestelle vor dem Kloster Son Jon (räteromanisch) oder Sankt Johann in Deutsch, welches von Klausur-Schwestern der Benediktiner- Regel bewohnt wird. Das UNESCO Kulturgut aus dem 8. Jahrhundert ist eines Besuches wert. Der Taktfahrplan ermöglicht einen Halt.

 

In Sichtweite zum Kloster überqueren wir die Sprach- und Landesgrenze zum in Italien liegenden Südtirol: hier wird wieder Deutsch gesprochen oder besser "Südtirolerisch" und natürlich auch Italienisch. In nur 20 Minuten Fahrt erreichen wir die nächste Talsenke mit dem mittelalterlichen Städtchen GLURNS, an welchem die Jahrhunderte scheinbar ohne eine Spur zu hinterlassen vorbei gingen. Die Zinnen bewehrte Stadtmauer gewährt dem Postauto den Zugang zum Hauptplatz nur durch zwei engste Tore. Kurz darauf erreichen wir Mals (1051 müM), wo die von Grund auf erneuerte, 2005 wiedereröffnete Vinschgerbahn auf dem gleichen Perron zur Weiterfahrt einlädt. Nach einem ersten "Café" oder "Cappuccino" mit Strudel an der Bar im historischen Bahnhofgebäude, versteht sich.

 

Durch den "Obstgarten" Vinschgau, vom Mals der Etsch entlang bis zur Bäderstadt Meran: ein Feriendorf folgt nach dem andern

Auf Vinschgerbahn erwarten uns ein Stadler-Triebwagen mit grossen Panoramafenstern. Das Vinschgau gehört zu den trockensten Tälern der Alpen: da es inmitten von 3000 Meter hohen Bergzügen liegt, wird es von den Wolken verschont und hat eine überdurchschnittliche Sonnenscheindauer. Die Sicht auf die weiten Obstfelder begleitet uns: im Frühling durch das zarte weiss/rosa der Blüten, im Sommer und Herbst mit den reifenden Früchten und dann durch die farbenfrohen Blätter. Aber auch im Winter, wenn die Obstbaumreihen sich wie Bartstoppeln ausmachen lassen, handelt es sich immer um eine Augenweide. Immer wieder gelangen gut erhaltene Burgen aber auch Burgruinen ins Blickfeld. Das stolze Land Tirol lässt grüssen. Ein interessantes Detail zeigt sich in Laas: im Bahnhof stapeln sich (rechts) grosse Marmorblöcke, welche mit einer Drahtseilbahn von halber Berghöhe ins Tal gefahren werden. Der weisse Laaser- Marmor ist weltberühmt und begehrt.

 

Besonders interessant sind die Kehrschleifen der Bahn in Marling, etwa 15 Minuten vor der Ankunft in Meran: sie bieten einen hervorragende Sicht auf den weit unten liegenden Talkessel und seine Berg Arena. Fast auf Augenhöhe sieht man (in Fahrrichtung links) das Schloss "Tirol", welche den Ländern Süd-, Nord- und Osttirol den Namen gegeben hat. Der aufmerksame Reisende hat auf der Fahrt die vielen Velos/Fahrräder gesehen, welche im Zug mitgenommen werden: längs der ganzen Route vom Val Müstair bis nach Meran, Bozen und weiter bis Verona stehen sehr gut unerhaltene Velo/Fahrradweg zur Verfügung.

 

Von Meran nach Bozen

Die Bäderstadt Meran bietet viel und der kaiserlich&königliche Bahnhof ist nur die erste Visitenkarte: die malerische Altstadt, das Bäderquartier mit dem Casino und der Flaniermeile aber auch die Pferderennbahn. Unbedingt zu besichtigen gilt es das Schloss Trauttmansdorff mit seinem einzigartigen botanischen Garten.

 

Die Bahnreise nach Bozen dauert rund 40 Minuten, die schnell vergehen. Sie führt die Fahrt durch Felder, Obst- und Weinkulturen. Dann und wann ist die Etsch Reisebegleiterin und immer wieder der Velo/Fahrradweg. Kurz vor Bozen kommt die von Bergsteiger und Unternehmer Messmer übernommene und restaurierte Burg Sigmundskron mit ihrer markanten Silhouette in den Sichtwinkel. Dann folgen die neuen Quartiere von BOZEN und dessen Hauptbahnhof, welcher nur einen Steinwurf vom zentralen und historischen Hauptplatz, dem Waltherplatz entfernt liegt. Gleich dahinter beginnen die wunderschönen Laubengassen und der pittoreske Gemüse- und Obstmarkt. Nicht zu vergessen: bei schönem Wetter bietet sich von Bozen aus ein wunderbarer Blick auf das Bergmassiv "Rosengarten", welches zu den Dolomiten gehört. Seit kurzem ein UNESCO Welterbe. Besonders reizvoll ist der "Rosengarten" bei Abendrot.

 


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