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5.11.2015 09:16 Alter: 2 yrs

Graffiti der Vorzeit

 

Im italienischen Valcamonica sind Tausende von Figuren in Steine gemeisselt. Was sie bedeuten, ist ein Rätsel.

 

Graffiti der Vorzeit - 01.11.2015

NZZ (Pdf)

 

 

Leserbrief

NZZ am Sonntag, 1. November 2015

 

Bund Wissen

 

Graffiti der Vorzeit

von Kurt de Swaaf

 

Die Graffiti im Valcamonica sind Weltkulturerbe UNESCO und ihr „Entdecker“ war Schweizer

 

Die Graffiti im Val Camonica, die Kurt de Swaaf sehr gut beschrieb, sind bereits 1979 als erstes Weltkulturerbe Italiens von der UNESCO in ihre Liste aufgenommen worden.

Von Interesse ist auch, dass der erwähnte Walther Laeng Schweizer Bürger (Bürgerort Bern) war. Er war 21 Jahre alt, als er als Erster 1909 die Graffiti des Val Camonica öffentlich beschrieb und bekannt machte.

 

Laeng war ein „WunderkindW: im Alter von 15 Jahren brachte er die ersten nordischen Ski’s in die Berge des Val Camonica und drei Jahre später organisierte er den ersten „Convegno“ (Kongress) für den Skisport im Tal. Laeng war auch ein ausgezeichneter und moderner Kartograf, eine Disziplin die in Italien rar war. So stellte er sich im ersten Weltkrieg der italienischen Armee zur Verfügung, die seinen germanisch klingenden Vornamen Walther kurzerhand in Gualtiero unbenannte.

 

Brescia hatte mit seiner hervorragenden Waffenindustrie eine jahrhundertelange wirtschaftliche Verbindung mit der alten Eidgenossenschaft. Brescia gehörte damals zur Republik Venedig, welche in Zürich einen eigenen „Showroom“ für die neusten Waffen unterhielt. Den Hausnamen „Venezianische Zeughaus“ findet man auch heute noch gegenüber dem alten Zürcher Zeughaus am Paradeplatz.

 

Seit vier Jahren ist das Val Camonica übrigens von der Schweiz her gut mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar, eine eigentliche „Tour“ zu drei UNESCO Weltkulturerben. Die Berninabahn (Welterbe UNESCO) bietet Anschluss an täglich vier Busverbindungen über den Apricapass nach Edolo im Val Camonica. Ab dort fahren schweizerische „Stadler Züge“ nach Capo di Ponte, dem Zentrum der Felszeichnungen. Der Zug fährt dann weiter nach Brescia mit seinen zwei UNESCO Welterben (dem Museumskomplex San Salvatore mit der Kirche Santa Giulia und das römische Capitolium).

 

Walter Finkbohner

Mitglied Schweizer Verein Milano

(Società Svizzera di Milano)